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HELLIGE Familienarchiv und -Chronik

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                                                              Generationen 

Ein paar Worte an die ältere und jüngere Generation zum Erinnern

und Nachdenken

Nachdenkenswertes an der Jahrtausendwende anläßlich eines 70.

Geburtstages (von Kurt Hilgenfeld)

Wir wurden vor der Erfindung des Fernsehens, des Penicilins, der

Schluckimpfung, der Tiefkühlkost und der Nylonstrümpfe geboren.

Wir kannten noch keine Kontaktlinsen und noch nicht die "Pille".

Milch gab es noch in der Milchkanne beim Kaufmann an der Ecke,

nicht im Tetrapack aus dem Supermarkt.

In der Schule begannen wir mit Schiefertafel und Griffel das

Schreiben und Rechnen zu üben.

Eine Rechenmaschine hatte noch viele bunte Kugeln, nicht Tasten

und 8 – stelliges Display.

Wir waren schon da, bevor Atomkraftwerke, Laser, Telefonkarten,

Telefax, Handy, Kugelschreiber und Kreditkarten das Leben bereicher-

ten.

Wir kannten noch keine Stereoanlagen, Walkman und CD-Player,

keine elektrische Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspüler und

Klimaanlagen und haben doch überlebt.

Über den Mond wurden noch romantische Gedichte verfaßt und kein

 Mensch glaubte daran, ihn je zu betreten.

Man fuhr in den Urlaub und nicht "last minute".

Zu unserer Kinderzeit waren kleine Kaninchen noch keine "Bunnies"

und Käfer noch keine Volkswagen.

Wir dachten auch nicht, daß Wienerwald etwas mit Brathähnchen

zu tun hätte.

Mit "jemandem gehen" hieß verlobt sein, und es wurde zuerst

geheiratet und dann zusammen gelebt.

Verwegen geschwenkte lange Röcke waren ebenso wirksam wie

heutige "hot pants".

Wir sind die letzte Generation, die so dumm war, zu glauben, daß

eine Frau einen Mann heiraten muß, um ein Baby zu bekommen.

Wir waren schon da, bevor es den "Hausmann", den Gleichstellungs-

beauftragten, Pampers , "Aussteiger", Sonnenstudios, das  

Kindererziehungsjahr für Väter und den Zweitwagen gab.

Zu unserer Zeit gab es noch keine Gruppentherapie, obgleich der

Krieg auch an uns nicht spurlos vorüberging. Unsere Probleme

haben wir, so gut es ging, selber gelöst, und kein "Guru" half uns

dabei.

Das Wort "Software" für alles, was man beim Computer nicht

anfassen oder "non food" für alles, was man nicht essen oder

trinken kann, waren noch nicht im Gebrauch.

In dieser Zeit hieß "Made in Japan" billiger Schund.

Pizza, MC Donalds, Instant Coffee und "Pommes mit Alles" gehörten

noch nicht zum Alltag.

Wir sagen noch "Guten Tag" und nicht "hallo" oder"hI".

Wenn wir etwas schön finden, ist es schön und nicht "affengeil".

Wir sammeln und bügeln noch immer Schleifen und Geschenkpapiere,

kleben bröckelnde Seifenreste zusammen und sind Meister im Falten

von Zahnpastatuben, um auch noch den letzten Tropfen herauszuquet

schen.

Wir mußten fast alles selber tun und mit dem auskommen, was wir

hatten.

Über seine Verhältnisse zu leben war einfach undenkbar.

Und "Bock" mußten wir immer haben, ohne es zu wissen.

Wir haben aber alles überlebt und sind – der Statistik zufolge – die

gesündeste Generation mit der höchsten Lebenserwartung ! Das ist

vielleicht auch ein Beweis für eine vernünftige aber überholte Lebens-

weise.

Darum haben wir allen Grund zu feiern und freuen uns , daß wir

"Das" heute überhaupt können.

Auf Euer Wohl ! Prost !

16.Oktober 1999

Hellige-Hobbies:

Thomas Hellige: Verlag Walzwerk/Literatur     Frank Zoller(geb.Hellige): Country - Musik                                                          Werner Mittag: Philosophie, Literatur, Religion  . . . . .

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