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HELLIGE Familienarchiv und -Chronik

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Vortrag zum HELLIGE-TREFFEN am 27.-28.09.1997 in Calbe/Saale, Hotel "Zur Altstadt"

gehalten von Klaus Hellige, Berlin (Überarbeitete Fassung)

Inhalt:

. Begrüßung

. Zur Familienforschung

. Atzendorfer Chronik

. Albert Hellige - Begründer der Hellige-Forschung

. Vorstellungen zur Familiengeschichte

. Hellige seit 1350 ?

. Der Name Hellige

. Vergebliches Bemühen

. Die Schwedische Legende

. Viele Möglichkeiten der Namensdeutung

. Helliges in den USA

. Kuriosa

. Und wieder die USA - Helliges

. Interessantes bei den Mormonen

. Brumby - auch ein Hellige-Nest

Begrüßung

Liebe Helliges, Herrmanns, Kaltschmidts, Mittags, Bohnwagners, Schondorfs,Böttchers,Mangolds,Götzes,Großmanns,Krauses,Opls, Hamgards,Anders,Baumerts,Kossows,Helms.Schäfers,Peters, Gabriels, Zollers,Schulz... (22 Namen), .........................................!

Diese 22 Namen sind nun mindestens alleine schon als Nachfahren aus der einen Familie Christian Heinrich Hellige und Johanne Friederike Grobe aus Brumby sowie aus der Sippe Heinrich Herrmann Hellige aus Suttorf hervorgegangen. Natürlich sind es mehr, jedoch wir konnten nun einmal nur diejenigen erfassen, die hier anwesend sind bzw. von deren Existenz wir mit Sicherheit wissen.

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Zur Familienforschung

Ich möchte an den Anfang meiner Ausführungen einen Ausspruch von Albert Einstein stellen. Er lautet: "Phantasie ist wichtiger als Wissen".

Ich finde diese Bemerkung interessant, weil sie doch wohl die Feststellung enthält, daß Fantasie die Intuition anregt und uns auch manchmal auf Wege der Forschung führt, die bei einer dogmatischen Auslegung und Anwendung von Regeln verschlossen bleiben.

Aus diesem Grunde habe ich versucht, meine Familienforschung nicht nur nach festen Regeln zu gestalten, sondern auch meiner Fantasie hin und wieder etwas freien Lauf zu lassen, wie Ihr noch sehen werdet.

Und gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, daß meine Ausführungen manchmal nicht frei sind von unbewiesenen Annahmen und Behauptungen, die ich als Provokation verstanden haben möchte, um möglicherweise auch das Gespräch und den Widerspruch herauszufordern.

Ich möchte in diesem Zusamenhang einige Gedanken äußern zum Sinn und Nutzen der Familienforschung überhaupt; denn diese Frage wird immer wieder gestellt und manche wenden sich durchaus uninteressiert und abweisend ab, wenn die Bitte um Mitarbeit bzw. Zuverfügungstellung von Ahnen- und Familiendaten an sie herangetragen wird.

Der Genealoge E.Joachim Müller veranstaltete in der Berliner Zeitung eine kleine Plauderei.

Ihr könnt den Artikel selbst hier auf einer der Ausstellungstafeln lesen.

Ich finde diese Gedanken sehr interessant und aufschlußreich und empfehle Euch, die Präsentationen bei dieser Veranstaltung unter Beachtung dieser Gesichtspunkte aufzunehmen. .

E.Joachim Müller sagt:

Wir Deutschen haben die Neigung alles zu komplettieren. Wir Genealogen sind davon nicht ausgenommen, wir sammeln, registrieren, numerieren, sortieren, kartieren, speichern, drucken, korrespondieren, besuchen Bibliotheken und Archive und sammeln weiter und weiter, was das Zeug hält, bis wir an lauter sogenannte tote Punkte kommen........

Wir wollen doch erst einmal sehen, wieweit wir zurückkommen in unserer Familie.

Der eigentliche Zweck der Familienforschung kommt meistens zu kurz: nämlich zu erfahren und darzustellen, wie unsere Vorfahren eigentlich gelebt haben, was sie uns mitgegeben haben, wie sie zu dem beigetragen haben, was wir heute sind.

Hierfür sind die Voraussetzungen oft sehr gering, weil konkrete Anschauungsgegenstände zur betroffenen Sippe kaum noch existieren. Und deswegen können wir uns mit einem Hilfsmittel helfen: Wir verknüpfen unser Ahnenwissen mit den allgemeinen historischen Erkenntnissen, mit dem Anschauungsmaterial, das uns Museen, Historiker, Archäologen, Künstler, Kunst- und Kulturhistoriker und viele andere für die einzelnen Geschichtsdepochen, für verschiedene Landschaften, für Klassen und Schichten, für Berufsstände und, und, und ...zur Verfügung stellen.

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Atzendorfer Chronik

Ich möchte an dieser Stelle auf den Vortrag hinweisen, den Herr Dr. Herbst aus Atzendorf uns heute abend um 20.Uhr zur Atzendorfer Chronik darbieten wird.

Bei dieser Atzendorfer Chronik handelt es sich um ein hochinteressantes , sehr anschauliches Geschichtswerk, in dem auch einige Hellige-Vorfahren direkt benannt sind, die vor mehr als 200 Jahren in Atzendorf gelebt haben.

Interessant ist vor allem die Beschreibung der damaligen Lebensverhältnisse, die wir aus eigenen Materialien wohl kaum so anschaulich und aufschlußreich gewinnen können.

Ich möchte nun zu meinem heutigen Vortrag einige weitereVorbemerkungen machen, die eigentlich nur einen Teil der hier Anwesenden direkt betreffen, da sie die Linie der Unseburg-/Atzendorf-/Brumby-Helliges berühren. Das bedeutet aber nicht, daß diese Bemerkungen nicht auch für alle anderen Anwesenden interessant wären.

Es geht um das Wirken von Heinrich Karl Albert Hellige, Marie und Hedwig sowie Richard Hellige und um die Bedeutung des Familientages in Brumby im Jahre 1937 für die Familienforschung.

 

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Albert Hellige - Begründer der Hellige-Forschung

Um die Jahre 1936/1937 hat sich der älteste von 12 Geschwistern Hellige aus Brumby bei Calbe an der Saale mit der Geschichte dieser Familie beschäftigt und eine Familienforschung begründet, die zur Veranstaltung des genannten Familientages führte und auch Grundlage meiner heutigen Forschungen bildet.

Onkel Albert, unter dem Namen war er mir bekannt, der älteste Bruder meines Großvaters Heinrich Hellige, und natürlich auch der älteste Bruder der Großväter und Großmütter , Urgroßväter und Urgroßmütter vieler hier Anwesender, hat diese Arbeit mit großem persönlichen Einsatz und mit manuellen Mitteln geleistet und sich bedeutende Verdienste um diese Familienforschung erworben. Seine Quellen waren Befragungen von Verwandten, noch lebenden Vorfahren und Kirchenbücher der umliegenden Gemeinden, seine Hilfsmittel das Fahrrad und die Schreibmaschine. Albert Hellige trug nicht nur Personen- und Familiendaten zusammen, sondern er hinterließ auch das Manuskript einer Familiengeschichte von ca 40 Schreibmaschinenseiten, in der er das damalige Leben in der Gemeinde Brumby und besonders das Familienleben der Helliges beschrieb. Diese Hinterlassenschaft hat meines Erachtens nicht nur Bedeutung für diese einzelne Großfamilie, sondern auch für die in Deutschland und darüberhinaus in aller Welt lebenden Helliges überhaupt, führt sie uns doch auf die Spuren von deren Ahnen, die, wie mir scheint, in den meisten Fällen zu einer gemeinsamen Herkunft und einer in ferner Vergangenheit liegenden Verwandtschaft führen könnten.

Albert Hellige hatte es sich gewiß nicht träumen lassen, daß sein Werk etwa 60 Jahre schlummern würde, ehe es in unserer heutigen Veranstaltung bzw. den wenigen Jahren davor wieder ans Tageslicht geholt wurde.

In seinem Manuskript zur Geschichte der Familie Hellige/Hellie/Helli, das er anläßlich des 1. und einzigen Familientages der Familie Hellige im Jahre 1937 vorgelegt hatte,äußerte er den Wunsch, daß die Nachfahren sein Werk fortsetzen mögen und alle 2 Jahre ein solches Familientreffen der damals gegründeten "Familiensippe Hellige" stattfinden sollte. Freilich geschah all dies seinerzeit unter anderem Vorzeichen, als wir die Familienforschung heute betreiben.

Familienforschung heute ist im wesentlichen von Auswüchsen und unwissenschaftlichen Methoden befreit und dient als Hilfswissenschaft der Geschichte, der medizinischen Forschung, der genetischen und anderer Forschungen.

Albert Hellige konnte die Erfüllung seines Wunsches nicht erleben; denn er erlag bereits 4 Wochen nach dem denkwürdigen Familientreffen bei der weiteren Ausübung seiner Forschungen einem Herzinfarkt. Sein Schicksal ist vielleicht in mancher Hinsicht symptomatisch für die Situation in der Familienforschung.

Nachfolgende Generationen zeigen wenig Interesse für dieses "Hobby" ihrer Väter und Vorväter sowie ihrer Mütter, das eigentlich viel mehr ist als nur ein Hobby !

Die Forschungsergebnisse versanden und gehen unter oder landen in Archiven von genealogischen Einrichtungen und anderen Forschern, die zu der betreffenden Familie keine oder fast keine Beziehung haben und dennoch können sie auf diese Weise immer noch am besten erhalten und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

Die Todesart des Albert Hellige ist aber auch gleichzeitig bezeichnend für erblich bedingte Veranlagungen in dieser Familie und hier zeigt sich der gesellschaftliche Wert einer wissenschaftlich betriebenen Familienforschung. Sein Großneffe Professor Dr.med Gerhard Hellige von der Universität Göttingen bemerkte in einem Gespräch mit mir, daß erblich bedingte Gefäßerkrankungen eine häufige Todesursache in dieser Familie Hellige darstellen und wies damit auf die wissenschaftliche Bedeutung der Genealogie u.a. für die medizinische und Genforschung hin.

 

Das Verdienst des Onkel Albert war es unter anderem, mich zur Aufnahme meiner Forschungen anzuregen , die etwa um 1987 begannen. Obwohl ich selbst an dem damaligen Familientreffen nicht teilgenommen hatte,(ich war 8 Jahre alt), hinterließen doch die Erzählungen meiner Eltern darüber einen bleibenden Eindruck.

 

Insbesondere weckte die Legende von der Abstammung der Helliges von schwedischen Vorfahren in mir die Neugier, die oft von exotisch anmutenden Eindrücken ausgelöst wird und förderte in mir den Gedanken zutage, der mich mein ganzes Leben hindurch nicht loslies und den Wunsch, mich später als Rentner einmal damit zu befassen. Das Ergebnis, das hier heute vorliegt, ist viel umfangreicher, als es meiner früheren Vorstellungskraft entsprach.

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Vorstellungen zur Familiengeschichte

Bemerkenswert sind die Vorstellungen ,die es noch vor 3 Generationen zur Familiengeschichte gab:

Albert Hellige schrieb damals unter anderem:

"............soviel steht heute schon fest, wir brauchen uns unserer Vorfahren nicht zuschämen. Gewiß, es waren einfache Landleute, aber fast alle haben doch Grundeigentum besessen.."

Und an anderer Stelle sagt er:

"Die Eltern leben in ihren Kindern weiter. Alles was wir besitzen an seelischen und geistigen Veranlagungen und Eigenschaften, das haben wir ererbt von unseren Eltern."

Abgesehen von der allgemeinen Wahrheit dieser Ansichten

erscheinen sie mir heute etwas vereinfacht, etwas bieder.

So geradlinig vererben sich die seelischen und geistigen Veranlagungen und Eigenschaften meiner Ansicht nach wohl doch nicht, wie folgende, fast anekdotisch-satirisch anmutende Notiz in der Atzendorfer Chronik über unseren Vorfahren Joachim Helli (*1710) aus Atzendorf zu bedenken gibt:

"Zu Haus No. 60: 5. Joachim Helli. Seine Frau ist aus Eickendorff. Er ist ein schlechter Wirth, und seine Frau ist nicht beßer. Er sauft und sie versäumt alles(Also wahrscheinlich handelt es sich wohl auch schon um eine Erscheinungsform von frühem Alkoholismus). Alle Jahre komt der Hof tiefer in Schulden, dazu komt noch manches Unglück. Auf dem Wege nach Lumpsch(Lommatzsch) ward sei(nen) besten Pferde im Stall von andere Pferden das Bein inzwei geschlagen. Er mußte es stehen laßen, so theuer auch gleich anjetzo die pferde sind. Seine Familie ist zahlreich, er hat wenigstens 6 Söhne und 1 Tochter."

Ich glaube, daß das, was Albert Hellige als vererbte seelische und geistige Veranlagungen bezeichnet, doch auch zu einem beträchtlichen Teil von äußeren Bedingungen und Einflüssen abhängt. Ich denke, daß zum Beispiel die unterschiedliche Lebensweise der einzelnen Hellige-Familien in Städten oder auf dem Lande, in unterschiedlichen Milieus, ihre Erlebnis- und Erfahrungswelt usw. recht wesentlich zur Herausbildung verschiedenster Wesensmerkmale bei uns allen beigetragen haben dürften.

 In der Großfamilie Hellige in Brumby zeigt sich , daß eine große Kinderzahl im Gegensatz zu heute eher die Regel war. Die Generation des Albert Hellige bestand sogar aus 12 Nachfahren, davon 9 überlebenden, des Vaters Christian Heinrich Hellige und der Mutter Johanne Friederike Grobe. In der Geschichte der Familie Hellige klingt an, welche wirtschaftliche Bedeutung eine große Kinderzahl für die Bewirtschaftung des Hofes und damit für die Existenzsicherung hatte.

Albert Hellige schreibt: "Etwas gutes aber hatte unsere große Kinderzahl auch noch insofern, als unsere Garderobe immer von dem einen auf den anderen vererbt werden konnte, die arme Mutter hatte aber immer zu flicken und zu ändern. Und dann waren wir alle für die Feldarbeit gut zu gebrauchen. Alles was einigermaßen laufen konnte, mußte mit auf das Feld.. Bollen wieten, Kartoffeln aufsuchen, Zuckerrüben verziehen, das war so unsere Arbeit. Die größeren mußten auch schon mit zum Hacken. Die Nachbarn haben oft zum Vater gesagt ja Du Heinrich hast es gut. Du hast immer Hilfskräfte genug. Es war oft schön auf dem Felde, manchmal aber auch nicht, insbesondere wenn die Rüben im Herbst rausgemacht werden mußten und matschiges Wetter war.".

Heute, so scheint mir, hat die Größe einer Familie weitaus weniger Bedeutung hinsichtlich der Existenzsicherung, zumindest in den industriell fortgeschrittenen Ländern. Unsere heutigen Generationen haben im Gegensatz zu damals in der Regel kaum mehr als 2 Kinder. Anders ist die Bedeutung einer großen Familie für die Fortsetzung des Familiennamens und sicherlich auch für die Sicherung der Alterversorgung der Generationen zu sehen.

Wir alle stammen entweder von den Helliges ab, an denen hier so großes Interesse bekundet wird oder sind auf irgendeine Weise mit Ihnen durch Heirat oder anders verbunden.

Meine Absicht ist es nicht, meinen Vortrag allzu lang auszudehnen, aber einen Abriß der Ergebnisse meiner Familienforschung möchte ich doch geben.

Dabei erlaube ich mir, meine Darlegungen etwas unkonventionell zu halten, wie Ihr schon gemerkt haben werdet. Das heißt, mich nicht immer an die üblichen Regeln der genealogischen Forschungen gebunden zu fühlen und ich habe auch versucht, einige grafisch-analytische Methoden anzuwenden, die mir für die Betrachtung einer Familien- bzw, Namensentwicklung interessant erscheinen,. Dies ist vor allen Dingen an den hier ausgestellten Tafeln erkennbar, zu denen ich morgen nachmitag noch etwas sagen möchte.

Doch nun endlich die sicherlich schon lange erwarteten Ausführungen zur Geschichte und zum erstmaligen Erscheinen der Helliges auf der Bildfläche.

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Hellige seit 1350 ?

Das zeitlich früheste uns bekannte Auftreten des Namens HELLIGE liegt um 1350, also vor 647 Jahren, wobei, offensichtlich als territoriale Bestimmung, der Begriff hohe Erbe angegeben ist. Diese Angabe findet sich im Zusammenhang mit der Ahnenliste von Frau Ingrid Kossow geb.Hellige aus Achim bei Bremen. Ihre Ahnen und sie selbst stammen aus Suttorf bzw. Neuenkirchen im Raum Melle in Westfalen. Was der Begriff hohe Erbe wirklich genau bedeutet, wo dieses Gebiet liegt, ist uns nicht bekannt und wer uns darüber Auskunft geben kann, kann sich für die Hellige-Forschung verdient machen.

Als nächster tritt in der Zeitfolge de ole Hellige" (*1450 + 1515) auf, dann weiter Hina (?) Hellige oder Nina Hellige, (* um 1485 + um 1540). Darauf folgt Herrmann Hellige (* um 1515 + um 1575). Um 1540 soll Johann Hellige geboren und um 1601 gestorben sein. Natürlich bietet sich hier an, alle diese als frühe Vorfahren der Frau Kossow zu vermuten, da die Namen Johann und Herrmann bei ihren unmittelbar nachgewiesenen Vorfahren auch gehäuft zu finden sind und die Genannten aus der gleichen Gegend stammen.

Bei allen diesen bisher genannten Helliges handelt es sich um den Raum Süd-Niedersachsen.

Nun folgt zeitlich laut Unseburger Sippenbuch (und da kommen wir in den Magdeburger Raum) ein Hellige oder Helli Andres, der 1542 geboren wurde. Hierzu heißt es dann "Kind Hellig/Helli, welches am 25.8.1626 verstarb". Und hier könnte es sich vielleicht um unseren erwiesenen Vorfahren Hellig Hinrich handeln, der als am 13.10.1626 in Unseburg verstorben nachgewiesen ist.

 Jedoch sind die bis zu "Kind Hellig/Helli" genannten bisher nicht exakt datenmäßig und in ihren Verwandschaftsbeziehungen nachgewiesen und verbürgt und die eigentlichen Quellen dieser Angaben nicht bekannt. Andererseits stammen sie aus Aufzeichnungen die von seriösen Familienforschern in entsprechenden Archiven und Sammlungen hinterlassen wurden, sodaß eigentlich kein Anlaß zu Zweifeln an ihrer wirklichen ehemaligen Existenz besteht.

 Wir sehen also, daß das Auftreten und damit die Entstehung dieses Namens sehr weit zurückreicht, aber die tatsächliche Ahnenfolge bis in diese Zeit noch nicht ganz genau nachgewiesen werden konnte.

 Die HELLIGE-Linie im südniedersächsischen Raum ist ab 1780 (?) tatsächlich urkundlich bis heute zu den hier anwesenden Frau Ingrid Kossow,geb. Hellige, und ihrem Bruder Heinrich Hellige aus Lienen sowie Ihrer Schwester .Elisabeth.Helmke geb. Hellige aus Suhlendorf nachgewiesen.

 Die bereits genannte 2. Linie HELLIGE finden wir also im Magdeburger Raum(etwa zwischen Magdeburg und Halle) die offenbar bis 1626 bzw. 1542 mit annähernder Genauigkeit nachweisbar ist.

 Für diese Linie, zu der die Brumby-Helliges gehören, sind nun bereits die meisten Nachforschungen betrieben worden, und der größte Teil der hier Anwesenden entstammt dieser Linie, einschließlich meiner Person. Ich bitte also um Verständnis dafür, daß ich mich auf diese Linie besonders konzentriert habe,wobei ich allerdings die meisten anderen Helliges als hier zugehörig vermute.

 Ich möchte nun die einzelnen Geschlechterfolgen garnicht alle aufzählen; denn sie können auf den Schautafeln im Nachbar-Raum recht gut verfolgt werden.

Aber soviel möchte ich doch noch dazu bemerken:

Wir haben eine Linie Fritz HELLIGE aus Stassfurt etwa 4 Generationen, allerdings unvollständig, zurückverfolgen können, die des Begründers der HELLIGE GmbH aus Freiburg. Deren Nachkommen leben heute in den USA und ein Kontakt konnte auch bereits vor einigen Jahren hergestellt werden.Von dem Nachfahren Peter Walter Hellige habe ich die dazu ausgestellten Daten erhalten.

 Auch von Alfred Heinrich (Hein) Hellige aus Beverungen, dessen Vorfahrenlinie aus Sandersleben, also ebenfalls dem Börde-Raum stammt, konnten wir eine Linie 9 Generationen , zeitlich exakt aber nur bis zum Jahre 1774 zurück verfolgen. Leider können Hein Hellige und seine Angehörigen, zu denen ich einen guten Kontakt habe, hier nicht anwesend sein. Erst vor wenigen Tagen hat seine Frau die Teilnahme abgesagt, da er , ziemlich schwer erkrankt, im Krankenhaus liegt.

Und die Linie von Dr. Reiner Hellige aus Berlin, die aus dem Raum Langenweddingen stammt, reicht nach den uns von ihm übergebenen Unterlagen 6 Generationen, zeitlich nachweisbar bis zum Jahre 1863 zurück.

Für 4 Generationen zurück haben wir die Angaben von Inge Hossinger geb.Hellige aus Calbe (jetzt Leverkusen) und ihrem Bruder Otto Hellige aus Magdeburg. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf verweisen, daß auch Herr Dr.Rolf Hellige und Bert Hellige, die hier anwesend sind, ihre Vorfahren in Calbe hatten.

Daneben konnten wir eine beträchtliche Zahl HELLIGE-FAMILIEN aus dem Unseburger Sippenbuch, den Kirchenbüchern von Atzendorf und Brumby und aus Angaben von lebenden Helliges ausfindig machen, zu denen die Generationsfolgen meistens nur begrenzt bekannt sind. Besonders zu nennen sind hier verschiedene Linien bzw. Familien aus Calbe und Brumby, die auf einer besonderen Tafel ausgestellt sind, deren Verlauf über 2 bis 3 Generationen bekannt ist ,wie die von Frau Hossinger geb. Hellige und ihrem Bruder Otto Hellige. Bei den Familien aus Brumby und z.T. Calbe konnten wir uns besonders auf das Kirchenbuch Brumby stützen, das bei den Mormonen in Berlin auf Microfilm zu finden war. Hier existiert natürlich noch ein weites Feld für die weitere Forschung und wer will, möge diese Tafeln ansehen und herausfinden, ob er noch verwandschaftliche Beziehungen zu seiner eigenen Familie feststellen kann. Wenn ja, wären wir für entsprechende Informationen sehr dankbar.

 Sehr interessant erscheint mir die Frage, ob nun alle diese Helliges miteinander verwandt sind, d.h., ob auch alle die hier versammelten Personen letzten Endes aus früher Vergangenheit durch verwandschaftliche Beziehungen miteinanden verbunden sind. Die Tatsachen, daß

1. der größte Teil von ihnen aus dem Magdeburger bzw. niedersächsischen Raum stammt (Unseburg,Atzendorf,Brumby,Stassfurt,Sandersleben,Langenweddingen, Calbe, Melle, Suttorf, Wellingholzhausen usw.)

2. bestimmte Vornamen sich in fast allen Geschlechterfolgen und Familien permanent wiederholen (insbesondere die Namen Heinrich, Herrmann,Johann u.a. sowohl für die Brumby-, die westfälische und zum Teil auch für andere Linien) lassen immerhin die Vermutung zu, daß zwischen den meisten Familien bzw. Linien eine verwandschaftliche Beziehung existiert, wenn diese auch in vielen Fällen noch nicht nachgewiesen werden konnte. Hier ergibt sich ein breites und interessantes Feld für weitere Forschungen.

Dabei ist natürlich trotzdem nicht auszuschließen, daß der Name und damit das Geschlecht der Helliges doch in verschiedenen Gegenden unabhängig voneinander entstanden sein kann, ja möglicherweise auch von verschiedenen Namensbedeutungen abzuleiten ist.

Z.B. erscheinen bei den Magdeburger Helliges mehr die Varianten Helli, Hellie, Hellig, Helling; bei den westfälischen Helliges spielen die Varianten Helg, Helge,Hellge unter den Vorfahren dagegen eine größere Rolle. Man könnte daraus den Schluß ziehen, daß die ostfälischen Helliges möglicherweise von einem Helbling, die westfälischen von einem Helg oder Helgenmacher genannten Vorfahren abstammen.

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Vergebliches Bemühen

 Darüberhinaus möchte ich noch eine weitere wahrscheinliche Linie erwähnen, zumindest aber ein regelrechtes Nest von HELLIGES.

In den Telefonverzeichnissen kann man in den westfälischen Orten Melle/Wellingholzhausen und Borgholzhausen ca. 15 Eintragungen des Familiennamens HELLIGE finden .Die Zahlen wechseln ja von Jahr zu Jahr mit der Herausgabe neuer Telefonverzeichnisse. Leider scheiterten bisher alle Versuche, dorthin eine Verbindung aufzunehmen, da auf meine Briefe keinerlei Antwort erfolgte. Es gab nur eine einzige Reaktion : Ein Heinrich Hellige aus Wellingholzhausen (auchwieder ein Heinrich) sandte die Einladung zu diesem Treffen zurück mit der Bemerkung "Annahme verweigert", ohne den Brief auch nur geöffnet zu haben.

 Nun erfuhr ich inzwischen, daß dieses Gebiet streng katholisch sei und auch, daß fast alle diese Helliges einer Bauernfamilie angehören und miteinander verwandt seien. Vielleicht ist in dieser religiösen Zugehörigkeit ein Grund zu sehen für eine Zurückhaltung gegenüber Namensvettern anderer religiöser Richtungen , obwohl auch dies mir eigenartig erscheint; denn ich kenne verschiedene Katholiken, die sich durchaus intensiv mit der Erforschung der Geschichte ihrer Familien beschäftigen und dabei keine Berührungsängste gegenüber protestantischen Familienforschern zeigen.

 Damit möchte ich meine Darlegungen über das zeitliche und territoriale Auftreten der Hellige-Populationen im wesentlichen abschließen.

 Das heißt nicht, daß damit das Auftreten von Hellige-Sippen und Familien erschöpft ist, wenn man bedenkt, daß wir von 145 im Telefonverzeichnis für Deutschland eingetragenen Hellige-Haushalten man gerade 35 bis 40, also 28 % erfaßt haben.

 Einen besonderen Abschnitt möchte ich nun der Entstehung und Bedeutung des Namens HELLIGE widmen.

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Der Name Hellige

Der Name Hellige tritt verhältnismäßig selten auf. Ich schätze, daß es ca. 500 bis 1000 Personen mit diesem Namen auf der Welt gibt, die meisten davon in Deutschland und den USA. So konnten bisher anhand von Telefonverzeichnisen ca 145 in Deutschland und ca. 60 in den USA lebende Helliges ausfindig gemacht werden. Das kann hier am Aushang im Saal nachvollzogen werden.

 

Der Name wandelte sich innerhalb der bekannten Ahnenreihen zwischen Helli, Hellie,Helge,Hellge, Helling, Hellig in nicht regelmäßiger Folge zu der heutigen Schreibweise Hellige, also zumindest für diejenigen, die heute Hellige heißen. Es kann wohl als wahrscheinlich angesehen werden, daß die genannten Namen Helli, Hellie, Helge, Hellge,Helling, Hellig und ähnliche, aus einem gemeinsamen Ursprung hervorgegangen, auch nebeneinander fortgesetzt wurden und heute noch als Lebende Familien existieren und als unsere entfernte Verwandschaft zu betrachten sind.

Andererseits gibt es heute offenbar eine beträchtliche Anzahl von Stammbäumen zu dem Namen Hellige, die nach ihrem Ursprung nicht unbedingt verbunden sein müssen. Das heißt, daß dieser Name durchaus in verschiedenen Gebieten und zu verschiedenen Zeiten unabhängig voneinander entstanden sein könnte.

Was bedeutet der Name HELLIGE und wie entstand er ?

 Für die Erklärung dieses Namens bieten sich diverse Varianten an. Ich meine, daß man den Versionen der Namensforscher, die oft doch recht definitiv ganz bestimmte Erklärungen anführen, nicht so ohne weiteres folgen kann, wie meine weiteren Ausführungen zeigen werden.

Ich möchte Euch einige Möglichkeiten anbieten, die aus den verschiedensten Quellen entnommen wurden und teilweise recht originelle , z.T. sogar sehr gegensätzliche Erklärungen beinhalten:

So stammt das Wort hellig aus Skandinavien und bedeutet dort heilig.

Sehen wir uns die Landkarten Norwegens und Dänemarks an, so findenwir durchaus geografische Bezeichnungen, die darauf hinweisen, daß der Name und die Vorfahren der Helliges aus Skandinavien stammen könnten, z.B. Helligvaer (eine norwegische Insel), Helgeland (eine Inselgruppe), Helligpeder (eine Fischersiedlung auf Bornholm;das heißt nichts anderes als heiliger Peter), den hellige Kerke (Dänemark - die heilige Kirche), den hellige Olav und den hellige Knud (Norwegen - der heilige Olav und der heilige Knud) u.a. Mit diesen Namensaufprägungen gibt oder gab es auch Münzen in Norwegen und Dänemark.

 An diesem Punkt kommen wir nun zu einer Begebenheit, die uns besonders interessiert.

 Bevor ich darauf zu sprechen komme, möchte ich eine kleine Pause, sagen wir von etwa 5 bis 10 minuten einlegen.

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 Nachdem wir uns mit der Musik des norwegischen Komponisten Edward Grieg etwas auf die nordische Mentalität einstimmen konnten, wollen wir uns nun weiter mit unseren vermeintlichen skandinavischen Ahnen beschäftigen.

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Die Schwedische Legende

Durch die angedeutete Begebenheit, auf die ich nun zu sprechen komme, wird auch die Legende gestützt, die besagt, daß während des 30-jährigen Krieges oder danach sich zwei schwedische Soldaten aus dem Heer des schwedischen Königs Gustav Adolf in oder bei Magdeburg als Bauern niedergelassen haben, die die Stammväter der Familie Hellige sein sollen.

Im Manuskript zur Geschichte der Familie Hellige von Albert Hellige fand ich dazu die folgenden Ausführungen:

"In der Sache der nordischen Abstammung unserer Ahnen schreibt mir unser Bruder Heinrich Hellige aus Osterwieck (Es handelt sich um meinen Großvater) jetzt gerade einen sehr bemerkenswerten Hinweis und es lohnt sich, diesem gleich in der nächsten Zeit nachzugehen. Er schreibt, daß etwa in der Zeit um 1906 bis 1910 ein Schlosser Hellige aus Magdeburg bei seinem Schwager in Osterwieck zu Besuch war und dieser Hellige habe ihm erzählt, er habe aus einer Chronik in Magdeburg ersehen, daß die Vorfahren der Sippe Hellige aus Schweden stammen und daß sich zwei Brüder Hellige im oder nach dem 30-jährigen Kriege in der Magdeburger Gegend niedergelassen hätten. Ich werde auch dieser Sache nachgehen und habe schon festgestellt, daß ein Schlosser Hermann Hellige in der Neustadt Magdeburg wohnt. Ich werde also später weiter über meine Feststellungen schreiben".

Soweit Albert Hellige dazu.

Nun läßt sich wohl denken, daß mich diese Nachricht besonders fesselte, da sie auch noch von meinem Großvater stammte, was ich bis dahin nicht gewußt hatte.

Also Ich habe mir einmal den Spaß und gleichzeitig die große Mühe gemacht, etwa 20 bis 30 Chroniken aus dem 30-jährigen Krieg (1618 – 1648) daraufhin durchzusehen.

Eine immerhin äußerst interessante Beschäftigung.

Die Durchsicht von Chroniken aus jener Zeit und über die Ereignisse jener Zeit haben allerdings zu keiner Bestätigung dieser Version nicht geführt, wenn sich auch einige Anzeichen fanden, die eine solche Erklärung für möglich halten lassen und zur Suche und zum Studium weiterer entsprechender Chroniken ermutigt.

 In der Atzendorfer Chronik bzw. in dem Buch "Der Kirchenkreis Atzendorf im 30-jährigen Kriege" kann man nachlesen , daß sich tatsächlich im Gebiet von und um Atzendorf mehrere schwedische Soldaten in jener Zeit angesiedelt haben. Es wird aber vermutet, daß es sich um deutsche Unterthanen handelte, die sich den schwedischen Truppen angeschlossen hatten. Unter den genannten Namen ist jedoch der Name Hellige oder ein ähnlich klingender Name nicht zu finden.

 Nach den Ausführungen von Albert Hellige verstarb am 15.09.1719 in Unseburg ein Henrich Hellig, als Schüzze bezeichnet, der vermutlich als Soldat im 30-jährigen Krieg gedient hatte. Es könnte immerhin sein, daß diese Begebenheit den Anlaß gegeben hat, eine schwedische Herkunft der Helliges zu vermuten. Allerdings müßte dieser Soldat dann während seiner Soldatenzeit noch außerordenlich jung gewesen sein und ein ungewöhnlich hohes Alter erreicht haben, wenn man bedenkt, daß zwischen dem Ende des Krieges (1648) und seinem Tod eine Zeitspanne von 71 Jahren lag. Die Durchsicht der Kirchenbücher ergab, daß dieser Henrich (Heinrich) Hellig tatsächlich einer unserer Ahnen war. Er wurde 87 Jahre alt.

 Wie Albert Hellige später in seiner Schrift über die Geschichte der Familie Hellige feststellte, hat sich diese Annahme der nordischen Herkunft nicht bestätigt und außerdem ergeben, daß bereits beträchtliche Zeit vor dem 30-jährigen Krieg Helliges in Deutschland gelebt haben.

Das ist nun auch aus meinen bisherigen Ausführungen zum erstmaligen Auftauchen des Namens Hellige zu erkennen und stimmt mit meinen eigenen Forschungsergebnissen überein und ich bin mir nicht ganz sicher, ob der lange Zeitraum von dem angeblichen Begebnis von 1906/1910, als Heinrich Hellige aus Osterwieck die Geschichte mit den Vorfahren aus Schweden erlebte, bis 1937(als Albert Hellige die Geschichte niederschrieb) vielleicht dem Gedächtnis der Beteiligten ein Schnippchen geschlagen hat und somit zu einer Scheininformation geführt hat oder ob vielleicht unser Opa, der wie alle Helliges immer dazu aufgelegt war, andere auf die Schippe zu nehmen, sich einen Spaß erlaubt hat. Also jedenfalls konnte ich auch einen damaligen Schwager unseres Opas aus Osterwieck bisher nicht ausfindig machen. Dies könnte allerdings der Kontidormeister Willy Schmalz aus Quedlinburg gewesen sein, der die älteste Schwester der Geschwister Hellige aus Brumby, Berta Hellige, geheiratet hatte und in einer Heiratsurkunde für Heinrich Friedrich Hellige als Trauzeuge Willy Schmalz aus Osterwieck genannt wird.

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Viele Möglichkeiten der Namensdeutung

Ich möchte mich weiteren möglichen Varianten über die Entstehung des Namens Hellige zuwenden.

Das Wort hellig(als Eigenschaftswort) bedeutet auch in der anhaltinischen Gegend  "müde", matt, durstig". Ich will gar nicht annehmen, daß das Wesen unserer Vorfahren durch solche Eigenschaften geprägt war, aber man sollte auch die Möglichkeit nicht von vornherein ausschließen, daß vielleicht ein solcher darunter war.

Eine weitere Variante:

Hans Bahlow, ein nahmhafter Namensforscher, führt den Namen Hellige auf Hellge bzw.Helg zurück. Er meint, daß der Name aus dem süddeutschen Raum stammt und auf die Nachkommenschaft des Heiligenschnitzers PETER HELGENMACHER (Zürich 1504) oder des Heiligenmalers HANS HELG (Basel 1526) hinweist.

Eine andere Version von Namensforschern besagt, der Name Hell, der ja im Kern in Hellige enthalten ist, stamme von Höll, was eine dunkle unwirtliche Gegend bedeutet. Es handelt sich also um aus einer solchen Gegend stammende Menschen. Nun könnte man sich mit einer gewissen Portion Fantasie fragen: Sollte der Begriff Hölle damit zu tun haben ? Das würde bedeuten, daß wir sowohl mit den Heiligen als auch mit dem Teufel zu tun haben könnten, der Originalität sind keine Grenzen gesetzt.

 

An dieser Stelle bin ich eigentlich auf die Idee von der Fragwürdigkeit der Erklärung von Namensbedeutungen durch manche Namensforscher gekommen.

Naheliegender und damit interessanter erscheint mir nun schon die Erklärung des Namens Helling,der ja auch eine der Varianten beim Namenswandel unserer Vorfahren ist. Dieser stammt im Hochdeutschen von hellinc = helbling (Hälbling) =halber Pfennig. Hierzu fand ich in einem Namenslexikon die Erklärung: Wert des jeweiligen Pfennigs für den nicht vollzunehmenden Menschen. Na gut, das ist nun nicht gerade so schmeichelhaft, aber das soll uns wenig kratzen.

 

Einen dieser sogenannten Hellincs oder Hälblings, wie sie im Volksmund genannt wurden, einen Scherf der Stadt Wismar aus der Zeit um 1540 könnt Ihr an einer der Tafeln als Abbildung betrachten. In diesem Zusammenhang wird Johann Helling 1414 aus Konstanz genannt sowie Sparhalling 1289 Hbg., Hellingus/Lüb. Andererseits aber Hellinger aus Hellingen bei Coburg.

  Eher als alle bisher genannten Erklärungen erscheint mir jene plausibel, die auf eine Begriffserklärung im Mittelhochdeutschen Taschenwörterbuch von Matthias Lexer (1100 - 1500) zurückgeht. Hier ist der Begriff hellinger mit Salzarbeiter erklärt. Bedenkt man, daß in der nächsten Umgebung der genannten Stammorte Unseburg,Atzendorf,Brumby,Calbe,Langenweddingen, Staßfurt usw.solche Stätten der Salzgewinnung und Salzverarbeitung wie z.B.Stassfurt und Schönebeck/Salzelmen liegen, und auch diese selbst zu Stammorten von Helligefamilien gehören, so bin ich am ehesten geneigt, hier den Ursprung für die Entstehung des Namens Hellige zu suchen.

Es lohnt sich gewiß, die Herkunft der Helliges und ihres Namens im Zeitraum 1100 bis 1500 nachzuforschen , da ja die Bezeichnung der Salzarbeiter als Hellinger laut dem genannten Taschenwörterbuch in diesem Zeitraum angesiedelt ist. Man müßte also logischerweise die Geschichte der Salzgewinnung in diesem Gebiet in diesem Zeitraum erforschen. Das wäre eine dankbare Aufgabe für einen Familien- und Namensforscher !

 Ja, wie dem auch immer sei,der Name Hellige hat doch offenbar etwas Geheimnisvolles und sei es auch nur, weil er so schwer zu deuten ist . Und wer sich ein Verdienst um die Lüftung dieses Geheimnisses erwerben will, der suche bei den genannten Ansätzen weiter.

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Helliges in den USA

Wenn wir eine einigermaßen abgerundete Darstellung der HELLIGE-Problematik anstreben, dann sollten wir nicht darüber hinwegsehen, daß die Familien Hellige und ihre Vorfahren und Nachkommen zwar in Deutschland am weitesten verbreitet ,aber auch in anderen Ländern zu finden sind.

 

Ich nannte bereits die in den USA lebenden Helliges. Ihre grobe Zahl beträgt ca 60 bis 100 Familien,darunter die Nachkommen des Unternehmers Fritz Hellige aus Freiburg im Breisgau.

Wie bisher festgestellt werden konnte, sind Helliges unter den Auswanderern zu finden, die im Laufe der Jahrhunderte Deutschland verließen und sich in den USA als Immigranten ansiedelten.

So findet man in den Listen der Auswanderungshäfen Bremerhafen und Hamburg zwar nicht unmittelbar den Namen Hellige, aber immerhin Abarten davon:

 

Helligas, Leopold, "Pfälzer"(unter Pfälzern verstand man damals in Amerika alle Süddeutschen !) mit Schiff "Alexander und Ann", erreicht Philadelphia am 5.9.1730 von Rotterdam aus.

Helliger, Elise, 22 Jahre, aus Preußen, erreicht New York 30.5.1832 mit Schiff "Vandise" aus Le Havre.

Helliger, Jean, 40 Jahre, aus der Schweiz(hier könnte man natürlich wieder durchaus eine Verbindung zu möglichen Nachkommmen der Heiligenschnitzer und Heiligenmaler Helgenmacher und Helg suchen, die ich bereits erwähnte.), erreicht New York 16.8.1852 mit Schiff "New York" aus Le Havre.

Hellig, Albert, 32 Jahre aus Halberstadt, Conductor, erreicht New York 17.11.1853 mit Schiff "Hansa" aus Bremen.

Hellig Marie, 20 Jahre, Farmer, aus der Schweiz, erreicht New York 12.7.1855 mit Schiff "Robert L.Lane" von Le Havre.

Hellig, Elise, 19 Jahre, aus Bayern, erreicht New York 7.11.1857 mit Schiff Mulhouse aus Le Havre.

Hellig, Carl, 21 Jahre, Saddler, erreicht New York 8.10.1862 mit Schiff "Saxonia" aus Hamburg.

Hellig, Carl, 32 Jahre, Laborer, aus Preußen, erreicht Boston 23.7.1864 mit Schiff "Bellone" aus Antwerpen.

 

Die für mich vom Förderverein Deutsches Auswanderermuseum e.V. in Bremerhaven ausgewerteten Listen reichen nur bis 1866, da weitere Passagierlisten vernichtet sind.

 

Daraus erklärt sich sicherlich auch, daß die um 1929 ausgewanderte Hellige-Familie der Staßfurt-Freiburger Linie (Hellige GmbH) nicht mit genannt wurde.

 

Alle genannten Ausgewanderten sind sehr bzw. relativ jung. Dies verwundert nicht, da eine so beschwerliche Reise und ein so schwieriger Neubeginn naturgemäß nicht von jedermann im fortgeschrittenen Alter zu bewältigen war.

 

Wenn auch der Name Hellige hier selbst nicht genannt ist, so stehen doch die Genannten sicherlich auch als Beispiel für ausgewanderte Helliges. Ob die heute in den USA lebenden Hellige-Familien direkt von Helliges aus Deutschland abstammen, oder durch Namensumwandlung den oben genannten zuzuordnen sind, vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall ist mir auch von der mit mir korrespondierenden Evelyn Davis, geb.Hellige aus Fort Madison, USA bekannt, daß ihr Großvater und ihr Onkel 1888 bzw. 1840 nach den USA gekommen waren und zu der Zeit den Namen Hellinge trugen. Der Großvater ließ seinen Namen Hellinge amtlich in Hellige umwandeln . Den Grund dafür teilte sie mir allerdings nicht mit.

Interessant ist auch, daß im Gebiet um Fort Madison und Breese ein Hauptsiedlungsgebiet der amerikanischen Helliges zu finden ist.

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Kuriosa

 Auch Frau Inge Hossinger geb Hellige aus Leverkusen aus der Linie Calbe berichtete mir von einer derartigen willkürlichen Namensumwandlung durch ihren Großvater. Er hieß zuerst Hellig und hat dann noch ein e für das Ende des Namens "dazugekauft" hieß danach also Hellige.

 

Sind wir schon einmal bei der Umwandlung der Namen und ihren Ursachen und Erscheinungsformen, dann möchte ich an dieser Stelle noch eine Erkenntnis einfügen, die ich bei meiner praktischen Forschungsarbeit gefunden zu haben glaube.

 

Oft sind es wohl Hörfehler der die Beurkundung von Geburten, Taufen, Konfirmationen, Eheschließungen und Sterbefällen vollziehenden Personen wie Pfarrer, Küster, Standesbeamte, aber auch undeutliche Aussprache der zur Beurkundung vorsprechenden Familienangehörigen usw., die zu derartigen Namenswandlungen führen, die ein Erkennen der ursprünglichen Aussprache und Bedeutung nicht mehr möglich machen.

So wurde meine Frau Regina in der Heiratsurkunde als Rigina eingetragen, ich selbst wurde schon oftmals mit den Namen Hellig, Heilige, Hellwig, Hennecke u.ä. angesprochen oder angeschrieben. Euch allen sind viele solcher Beispiele aus dem eigenen Leben bekannt.

Interessant erscheint mir eine Variante, die ich in der Gemeindeverwaltung Eickendorf/Atzendorf , erlebte. Hier spielt ganz offenbar der Dialekt eine Rolle.

Noch aus meiner Kindheit ist mir von meinen Großeltern aus Osterwieck her bekannt, daß im Anhaltinischen u.a. der Laut g meistens als j ausgesprochen wird.

Als ich im Gemeindeamt Eickendorf vorsprach, um zu erfahren, ob es in Atzendorf und in Eickendorf selbst noch lebende Leute mit dem Namen HELLIGE gibt, wurde mir entgegnet, daß es in Atzendorf, in der und der Straße noch einen Helmut (?)Hellije gebe. Erfreut, hier meine weiteren Nachforschungen ansetzen zu können, suchte ich diese Adresse auf. Erstaunt war ich, nun einen Namen Hellie , nicht aber Hellige an der Haustür vorzufinden

Natürlich wurde mir sofort klar, wie der Name Hellie in unsere Vorfahrenliste gekommen sein mußte; denn Hellie scheint offenbar nicht ein ursprünglicher Name zu sein, sondern eine Zwischenstufe zu dem bereits vorher bestandenen Namen Hellige.

Man kann annehmen, daß, aussprachebedingt, das an die Stelle des g getretene j beim Schreiben wegfällt, da ja Hellie ohne weiteres auch ohne j als Hellije ausgesprochen werden kann. Der Name Hellije allerdings ist mir in geschriebener Form noch nicht begegnet.

 

An dieser Stelle setzt sich nun eine Linie der Helliges als Hellie offenbar in einem neuen Stamm fort, der nachzugehen sich sicherlich lohnt, um andere Nachkommenlinien unserer frühen Ahnen weiter zu erforschen.

 

Da der Name Hellie doch eine bestimmte Rolle in unserer Vorfahrenliste spielt, habe ich mir einmal das sogenannte Familien-Weltbuch des Verlages Halberts Family , das ich sowieso kennenlernen wollte, besorgt, in der Hoffnung, darin etwas mehr authentisches Wissen zu finden. Vielfach ist mir schon die Frage gestellt worden, was von diesem Buch zu halten ist, das es ja für eine beträchtliche Anzahl von Familiennamen gegen Bestellung zu kaufen gibt.

Leider muß ich sagen, daß außer einer ansprechenden Aufmachung und einem horrenden Preis nur eine einzige bemerkenswerte Feststellung zu treffen ist:

Nämlich die, daß es zu konkreten Namen und Familien keinerlei Angaben zur Entstehung und Bedeutung gibt, die es sich auch nur anzuschauen lohnt, obwohl der Verlag mit großen Worten viele leere Versprechungen hierzu macht ! Wer sich davon überzeugen will, der schaue in einen unserer hier aufgestellten Schaukästen .

 Es geht schon kurios zu mit unseren Namen !

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Und wieder die USA-Helliges

 

 Kommen wir zurück zu den USA - Helliges !

Helliges in den USA sind über das ganze Gebiet der Staaten verstreut.

Es hat den Anschein, daß in den USA im Bundesstaat IOWA , insbesondere in Fort Madison sich ein solches ursprüngliches gewichtiges Siedlungsgebiet befindet, von dem aus eine Verbreitung dann über die ganzen Vereinigten Staaten erfolgte. Gerade in Fort Madison bzw. Breese bei Fort Madison wohnen heute noch mehrere Helliges, mit Sicherheit Nachfolger jener Einwanderer, wie ich von Victor Hellige aus Breese erfahren konnte, mit dem ich mich vor zwei Jahren in Berlin traf und auch von Lucille Hellige, die ihre Ahnen in Westfalen sucht.

 Den räumlich entferntesten, einen ScottHellige, fand ich vor einigen Jahren in Honolulu auf Hawai, wo dieser Enkel von Victor Hellige aus Breese, seinen Wehrdienst in der US-Army absolvierte.Auch auf den winzigen WakeWake Inseln nahe den Marshall-Inseln im Pazifik lebten vor einigen Jahrzehnten zwei Helliges, wie aus den Sterbelisten erkennbar war.

 

Mit 6 bzw. 7 der in den USA ansässigen Helliges konnte ich schriftlichen bzw. persönlichen Kontakt aufnehmen und bei ihnen ein lebhaftes Interesse für die Familienforschung finden. Allerdings war dieses Interesse bei den vielen übrigen Angeschriebenen offenbar nicht groß; denn eine Antwort erfolgte nicht.

Doch das soll mich nicht daran hindern, in meine Forschungen auch die amerikanischen Helliges weiter einzubeziehen. Dazu ist ein Reise in die USA im nächsten Jahr geplant, um zwei Einladungen zu folgen.

 In diesem Zusammenhang eine Bemerkung zu wichtigen und interessanten Quellen für die Familienforschung, die insbesondere auch in den USA zu finden sind.

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Interessantes bei den Mormonen

 Interessant ist die Tatsache, daß die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen), die in Salt Lake City, Bundesstaat UTAH, ihren Hauptsitz hat, eine sehr intensive Familienforschung betreibt. Dies hängt mit der besonderen Bedeutung zusammen, die die Mormonen dem Glauben an ein Weiterleben nach dem Tode beimessen und ihrem Bestreben, mit ihren verstorbenen Ahnen in Verbindung zu treten. Die Mormonen haben eine ausgezeichnete Organisation zur Durchführung ihrer Familienforschung, die es unternommen hat, Personendaten von mehreren Milliarden Ahnen, nicht nur ihrer eigenen Religionsgemeinschaft, auf Mikrofilm zu speichern, die in einem atombombensicheren Archiv unterirdisch in den Rocky Mountains in Salt Lake City verwahrt werden. Bemerkenswert ist, daß sie ihre Personen- und Familiendaten anderen Forschern gegen verhältnismäßig geringes Entgelt für Forschungszwecke zur Verfügung stellen, Ich konnte auf diese Weise unsere Ahnen aus Brumby in der Berliner Niederlassung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage auf dem Mikrofilm ein beträchtliches Stück zurückverfolgen.

Es wird mir natürlich ein besonderes Vergnügen sein, diese interessante Einrichtung in Salt Lake City zu besichtigen.

 In den Verzeichnissen der Mormonen konnte ich ebenfalls eine Reihe von Helliges entdecken, die im Rheinland angesiedelt und katholischer Glaubenszugehörigkeit waren . Ausgewertet habe ich diese Funde allerdings noch nicht.

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Brumby - ein Hellige-Nest

 Nun noch einige Bemerkungen zur Entwicklung der Hellige-Familien aus Brumby

Leider ist es nicht möglich, ein umfassendes Bild der Entwicklung der Hellige-Familien generell zu zeichnen, da die genealogischen Angaben dazu nur eingeschränkt vorliegen. Ich will daher nur noch einmal auf die Entwicklung der Brumbier Hellige-Familien hinweisen, deren Daten ich zu etwa 70-80 % als vorliegend einschätze. Ihr könnt das sehr umfangreiche Material hier auf den aufgestellten Tafeln doch recht genau studieren.

Interessant erscheint mir die Tatsache, daß 1827 in Brumby ein Bruder unseres Ururgroßvaters Heinrich Andreas Hellige mit Namen Peter Andreas Hellige geboren wurde. Er war Böttchermeister und hatte ebenfalls 4 kinder, darunter 2 Söhne. Ja, davon war bisher eigentlich noch nie die Rede und vielleicht gibt es für manche hier anwesende die Anregung, in dieser Richtung nach ihren Vorfahren zu suchen.

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn ausgehend von dieser heutigen Veranstaltung doch einige angeregt würden, uns weitere Angaben, insbesondere über lebende Hellige-Nachfahren zur Verfügung zu stellen, damit wir unser Bild recht bald vervollständigen können.

Aber natürlich wollen wir nicht nur die noch lebenden Nachfahren wissen, sondern auch die dazwischen liegenden bereits verstorbenen, soweit sie nicht schon bekannt und in unsere Stammtafeln aufgenommen sind, weil nur so eine Rekonstruktion der einzelnen Linien möglich ist. Ich bitte Euch daher, die hier im Raum dargestellten Stammtafeln recht genau zu betrachten und uns Ergänzungen, aber auch Korrekturen mitzuteilen, dort wo Ihr Fehler entdeckt. Dabei möchte ich besonders darauf hinweisen, daß uns in vielen Fällen die Sterbedaten nicht bekannt sind, weil wir aufgenommene Angaben hin und wieder nur von mündlichen Hinweisen her wissen und uns irgendwelche Urkunden in den meisten Fällen nicht vorgelegen haben.

   

Hiermit möchte ich nun zum Schluß meiner Ausführungen kommen und  von weiteren ausführlicheren Darlegungen Abstand nehmen, weil die hier ausgestellten Tafeln und sonstigen Materialien doch sehr viele Möglichkeiten bieten, sowohl sich näher mit den Ergebnissen der Familienforschung als auch mit den Fakten und Zusammenhängen, die die Familie und den Namen Hellige betreffen, zu beschäftigen. Auch besteht die Möglichkeit, sich jederzeit an mich zu wenden, um weitere Informationen zu erhalten, soweit diese vorliegen.

Ich möchte noch darauf hinweisen, daß bei den Schautafeln Formulare ausliegen, die möglichst dazu benutzt werden sollten, ergänzende oder korrigierende Angaben an uns zu leiten, die entweder die auf den Stammtafeln dargestellten Personen und Familien betreffen, oder die Ihr zusätzlich als einen Beitrag zur Familienforschung abgeben möchtet. Dabei sind die Personenstammblätter immer je Blatt für eine Person zu verstehen, für die eine Aussage gemacht werden soll. Ich bitte auch, nicht zu vergessen, unten den Namen und die Anschrift desjenigen einzutragen, der diese Stammblätter ausfüllt bzw. abgibt, also Eure eigenen Namen und Adressen, damit wir auch bei eventuellen Rückfragen wissen, an wen wir uns wenden müssen.

Weitere Hinweise:

Ich danke für die Aufmerksamkeit !

Berlin, den 15.09.1997

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